Das Vereinstagebuch 2013
 
 Nova im Sternbild Delfin beobachtet
 
von Matthias Reinäcker
 

Am 14. August 2013 wurde im Sternbild Delfin ein „neuer Stern“, eine Nova, entdeckt. Er liegt in der Verlängerung der Sterne des Sternbildes Pfeil und oberhalb des Delfins. Entdeckt hat den neuen Stern der japanische Amateurastronom Koichi Itagaki am 14. August 2013 mit Hilfe eines 18cm Spiegelteleskops, als er erst 6.5 Größenklasse hell war.
Die hier gezeigte Aufnahme entstand am 20. August. Leider befand sich zu diesem Zeitpunkt der Mond (Vollmond am 21.08.) in unmittelbarer Nähe. Dennoch konnte die Nova (ca. 4.0 Größenklasse) eindeutig ausgemacht werden.

 
 Was ist denn auf der Sonne los?
  Beobachtungsprotokoll von Klaus Rockmann, Ostermontag, 01.04.2013
 
 

Bild 1

 

Bild 2

     
 

Bild 3

 

Bild 4

„Raus aus den Federn. Die Sonne scheint.“, waren die ersten Worte an diesem Tag. Es war kein Aprilscherz meiner lieben Frau. Nein, sie hatte die Wahrheit gesagt.

Nach einem (unruhigen) Frühstück konnte ich endlich meine Beobachtungstechnik aufbauen und die Sonne beobachten. Die erste Überraschung: Es konnte schon ein Fleck mit den bloßen Auge gesehen werden, wenn auch nur ein Fleck der Klasse B (Objekt blickweise, aber eindeutig gesehen). Dies war meine 1416. Beobachtung der Sonne mit dem bloßen Auge. Zum 250. Mal konnte ich einen Fleck registrieren und die Anzahl der beobachteten Sonnenflecken stieg damit auf 309. Dies ließ auf die Beobachtung im Integrallicht hoffen.

Anschließend baute ich meinen Refraktor 102/1000. Mit diesem Gerät konnte ich meine neueste Anschaffung, ein Herschelprisma der Firma Lunt, testen (Bild 1). Beim Einsatz eines Herschelprisma, auch Herschelkeil genannt, benötigt man keinen Objektivfilter. Der Herschelkeil wird am Okularauszug angebracht, dieser lenkt den größten Teil des Sonnenlichts aus dem Bild und nur ein geringer Teil kommt ins Okular. Im Okular wird zusätzlich ein Polarisationsfilter eingeschraubt, der das Bild zusätzlich abdunkelt. Dadurch ist eine gefahrlose Beobachtung der Sonne möglich. Die Anschaffung hielt, was sie versprach: Ein gestochen scharfes Bild der Photosphäre und eine gute Auflösung der Sonnenflecken. 

An diesen Tag konnten 6 Fleckengruppen beobachtet werden (Bild 3). Eine B-, eine C-, eine D-, eine H- sowie zwei J-Gruppen waren zu sehen. Insgesamt konnten in diesen 6 Gruppen 27 Einzelflecken beobachtet werden. Damit konnte eine Tagesrelativzahl von Re = 87 ermittelt werden. Von den 27 Einzelflecken besaßen nur 6 Flecken eine Penumbra. Am auffälligsten war der Fleck am östlichen Horizont (Bild 2). Bei diesem konnte auch das dazu gehörende Fackelgebiet beobachtet werden. Außerdem zeigte sich im Hauptfleck eine Lichtbrücke, dadurch wurde die Umbra in zwei Teile gespalten. Dies ist ein sichereres Zeichen, dass wir es hier mit einem ausgeprägten Aktivitätsherd zu tun haben. Einen tieferen Einblick in diesen Aktivitätsherd gab es dann bei der Beobachtung der Sonne im H-alpha-Licht. Wenn bei dieser Beobachtung auch die Sonnenflecken in den Hintergrund rücken, so konnten doch die beiden Umbren auch im H-alpha gesehen werden. Die Fackeln zeigten ebenfalls eine großräumige Struktur. Weiterhin lagen in diesen Aktivitätsherd auch noch Filamente. Da diese Aktivitätszone noch sehr am östlichen Rand der Sonne lag, war wohl nicht der gesamte Bereich zu sehen.  Aber eine große Stabprotuberanz am Sonnenrand lässt einen viel größeren Aktivitätsherd vermuten (Bild 4, rechte Bildseite). Vergleicht man dazu den darüber liegenden Aktivitätsherd, der ein beachtliches Ausmaß zeigt, in dem aber nur eine kleine J-Gruppe zu sehen war.  Dieses kann dann nur durch weitere Beobachtungen bestätigt werden. Das Bild der Sonne im Ha zeigt auch die Aktivitätsverteilung in West – Ost Richtung. Die geringe Aktivität in den westlichen Längen der Sonne widerspiegelt sich auch in den Sonnenbeobachtungen im März. In der letzten Dekade des Monats eine geringe Fleckenhäufigkeit zu beobachten war. Der Anstieg der Fackelgebiete am östlichen Horizont lässt jedoch auf eine erhöhte Fleckenentwicklung hoffen. Wie entwickeln sich diese Gebiete weiter und welche Veränderungen sind zu beobachten? Vielleicht ist ja die Gegend aktiv genug, um auch Flares entstehen zu lassen. Flares führen nämlich zu koronalen Masseauswürfen und wären Voraussetzung für die Sichtbarkeit von Polarlichtern.  

Es wird wohl wieder mal spannend auf der Sonne. Bleibt zu hoffen, dass auch das Wetter mitspielt. Die nächsten Tage werden es zeigen.

 
 Nun ist er auch bei uns zu sehen - Komet C/2011 L4 (PANSTARRS)
  von Manuela Rockmann
 
 

 

Auch die Sternfreunde Aschersleben sind dem Kometen verfallen, zumal diesem für die jetzige Beobachtungszeit eine gute Helligkeit von 1 bis 2 mag vorhergesagt wurde. Damit sollte er eigentlich ein Objekt sein, das man mit bloßem Auge nach Sonnenuntergang ausmachen könnte.

Am Mittwoch, den 13.03.2013 wollte drei Sternfreunde die guten Wetterverhältnisse nutzen, um nach dem Kometen Ausschau zu halten. Auf einem Feldweg Richtung Reinstedt hatten sie ihre Geräte aufgebaut und suchten am Westhorizont nach PANSTARRS. Mit dem Fernrohr wurde er dann gefunden und mittels angeschlossener Kamera auch gleich abgelichtet. Man weiß ja nie ... (Foto links)

Auch am Freitag, den 15.03.2013 versprachen die Meteorologen schönes Wetter, also wieder gute Vorraussetzungen, zur Kometenjagd. Doch der Platz am Krankenhausberg in Aschersleben zeigte dann, dass Dunst über dem Westhorizont an diesem Abend keinen Blick auf den Vagabunden zuließen. Na hoffentlich waren das keine als zu schlechten Aussichten für den kommenden Tag, den bundesweiten Tag der Astronomie. Denn dort sollte doch der Komet den Besuchern gezeigt werden.

Bessere Beobachtungsbedingungen hatten dagegen die Sternfreunde des Vereins, die sich zum Sternfreundetreffen nach Todtenrode/Harz aufgemacht hatten. Auf der extra schneefrei geräumten Wiese hinterm Haus konnte der Komet mehrfach auf Fotos festgehalten werden. (Foto rechts)

Wer den Kometen jetzt nicht sieht, hat in diesem „Jahr der Kometen“ noch eine zweite Chance. Ende November wird uns der Komet ISON besuchen. Nähere Informationen zu den Kometen erhalten Sie weiterhin auf unserer Homepage.

 
 16. März 2013 - Ein Resümee zum Astronomietag 2013
  von Manuela Rockmann
 
 

 

Im Rahmen des nunmehr 11. bundesweiten Astronomietags boten auch die Sternfreunde Aschersleben an diesem Tag interessante Einblicke in das Hobby Astronomie.

Bereits ab 14.00 Uhr konnten zahlreiche Gäste am Planetarium begrüßt werden. Bei herrlichem Sonnenschein wurden die Fernrohre Richtung Sonne ausgerichtet, um zu zeigen, was gerade auf dieser los ist. Zwei große Flecken und mehrere kleinere Fleckengruppen zierten das Gesicht der Sonne. Die Fernrohre wurde aber nicht nur auf unser Zentralgestirn gerichtet, sondern auch auf die zunehmende schmale Mondsichel. Dort konnten bereits am Taghimmel die verschiedenen Krater und Meere sichtbar gemacht werden.

Den Kindervortrag „Als der Mond zum Schneider kam“ sahen sich nicht nur Kinder sondern auch etliche junggebliebene Erwachsene an. Der Einstieg war also schon mal gelungen. Auch der anschließende Vortrag über „Die Welt der Kometen – Eine kleine Kometenkunde“ war gut besucht. Im Vortrag ging es um die ganz allgemeinen Dinge zu den Kometen, wie Aufbau und Bewegung. Und natürlich ging es auch um den zurzeit sichtbaren Kometen C/2011 L4 (PANSTARRS) und wann dieser von unseren Breiten aus sichtbar ist. Die beiden folgenden Vorträge zum aktuellen Sternhimmel im Frühling (?) erfreuten sich ebenfalls guter Besucherzahlen. Kleine Anekdoten zu den einzelnen Sternbildern machten die Vorträge sehr lehrreich. Im Anschluss an den letzten Vortrag ging es dann zusammen mit den Gästen zur „Schönen Aussicht“ auf den Burghauptweg zur Kometensuche. Leider ließ ein großes Wolkenband den freien Blick auf den Kometen am Westhorizont nicht zu. Die von den Besuchern mitgebrachten Fernrohre und Ferngläser wurden dann eben auf Mond und Jupiter gerichtet.

Der Tag der Astronomie und die derzeitige Sichtbarkeit des Kometen wurden ebenfalls genutzt, um der Öffentlichkeit zu zeigen, dass die Aschersleber Sternfreunde schon seit vielen Jahren auf Kometenjagd sind. Dazu wurden im Foyer des Planetariums Fotos ausgestellt, die ausschließlich Kometen zeigen. Es gibt bereits eine erstaunliche Sammlung.

Wie im vergangenen Jahr konnten wieder etwa 100 Besucher beim Astronomietag gezählt werden. Vielen Dank !

 
 15. Februar 2013 - Besuch aus dem All
  von Manuela Rockmann
 
 


Den gesamten Tag über gab es schon Nachrichten über einen Meteoriteneinschlag in Russland. Tage zuvor beobachtete ein Sternfreund zufällig ein Objekt mit langem Schweif am Abendhimmel. Ein Komet konnte es nicht sein. Der nächste für uns sichtbare Komet ist erst für März angekündigt. Dazu noch der Asteroid. Zusammenhang oder Zufall?
Astronomen auf der ganzen Welt teilten zu diesen Phänomenen mit, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Meteoriteneinschlag und dem Asteroiden gäbe. Der Meteorit kam aus nördlicher Richtung, der Asteroid aus dem Süden.
Das Wetter tagsüber und die Wettervorhersagen ließen für den Osten Deutschlands eine kleine Chance offen, den Asteroiden auf seiner Bahn vorbei an der Erde (in ca. 28.000 km Entfernung) beobachten zu können. Fotoapparat und Stativ wurden eingepackt, ein Platz mit Blick zum Osthorizont war schnell gefunden.
Die Sternfreunde aus Aschersleben nahmen daher den angekündigten Vorbeiflug des Asteroiden 2012 DA14 zum Anlass, sich auf dem Krankenhausberg in Aschersleben zur gemeinsamen Beobachtung zu treffen. Auch einige Ascherslebener hatten diese Idee und kamen zu unserem Beobachtungsplatz.
Doch die vorhergesagten Wolkenlücken waren einfach nicht da. Dichte Wolken am Himmel, dazu leichter Schneeregen, wollten uns einfach keinen Blick auf den Asteroiden werfen lassen. Müssen wir uns halt mit Bildern aus Australien trösten.
Schade!!! Solch eine Chance werden wir (wahrscheinlich) nie wieder bekommen.

 

 

 Das Sonnenobservatorium Kupferberg
 von Klaus Rockmann

 
 
Bild 1   Bild 2
 
 
Bild 3   Bild 4

 

Beobachtungsprotokoll 130112/01

Am Sonnabend den 12.01.2013 zeigte sich der Himmel in den Vormittagstunden wolkenlos. Eine gute Gelegenheit nach den grauen Tagen wieder einmal die Sonne zu beobachten.

Lag doch die letzte Beobachtung 10 Tage zurück. Schon der Anblick der Sonne mit der Sonnenfinsternisbrille brachte eine Überraschung, denn es konnte auf neun Uhr ein großer Fleck mit dem bloßem Auge gesehen werden. Dieser wurde als Klasse E wahrgenommen, dass heißt, „Objekt auffallend und nicht zu übersehen“. Damit erhöhte sich für mich die Beobachtung der Sonnenflecken mit dem bloßem Auge auf 302 Sichtungen seit 1990.

Nach Aufbau der Beobachtungstechnik zeigte sich ein beeindruckendes Bild der Sonne im Weißlicht (Bild 2). Der mit dem Auge gesehene Sonnenfleck, dominierte die Sonnenoberfläche. Er konnte als Sonnenfleckengruppe der Waldmeierklasse F ins Protokoll aufgenommen werden. Neben dieser Gruppe gab es noch sechs weitere Gruppen zu sehen. Eine A, eine D, eine E sowie drei J Gruppen. So konnten in diesen sieben Gruppen 35 Flecken gezählt werden. Damit erreichte die Tagesrelativzahl nach Wolf einen Wert von Re = 105 (Re = 10*Gruppen + Flecken). Das letzte mal gab es am 15.11.2012 eine Tagesrelativzahl über Hundert mit Re = 113. Die Beobachtung der Sonne im H-alpha-Licht (Bild 1) zeigte dann das gesamte Ausmaß der Aktivitätsherde an diesem Tag. So zeigten sich zu den Fleckengruppen die dazugehörenden Chromosphärische Fackelgebiete (Plage). Außerdem konnten 16 Protuberanzen beobachtet werden, wobei keine davon eine eindrucksvolle Größe besaß. Das Gegenstück einer Protuberanze ist die Filamente, diese sind als dunkle Linien auf der Oberfläche zu beobachten. Von ihnen gab es immerhin 19. Die H-alpha- Relativzahl lag damit bei RHa = 340 (RHa = 10* Aktivitätsherde). Wenn es auch für eine Prognose noch nicht reicht, so scheint es doch dass die Aktivität der Sonne langsam wieder in Fahrt kommt. Sagt uns doch die Prognose ein Maximum der Sonnenaktivität für September 2013 voraus. Leider konnten am 13.01.2013 keine Beobachtungen durchgeführt werden, der Himmel zeigte sch an diesen Tag wieder Grau und es schneite (Bild 3.). Aber nach trübem Wetter kommt immer wieder Sonnenschein, und wir können auf weiter spannende Sonnenbeobachtungen hoffen.

 

 

Tagebuch 2012

 Erste Erfolge in der H-Alpha-Sonnenfotografie
 von Klaus Rockmann, Hettstedt

 

Sonne im H-Alpha-Licht am 21.10.2012 

Aufnahme am 21.10.2012 / 08:40 UTC

Ort: Sonnenobservatorium Kupferberg in Hettstedt.

 

 20 Jahre Sternfreunde Aschersleben e.V. -
 Rückblick auf das Festwochenende vom 12. bis 14. Oktober 2012

 von Manuela Rockmann in Aschersleben

 

Eigentlich ist der Verein viel älter, denn hervorgegangen ist er aus der 1976 gegründeten Kulturbund-Fachgruppe „Astronomie und Raumfahrt“. Am 14.10.1992 beschlossen jedoch sieben Astronomieinteressierte, einen Verein zu gründen, der sich zum Ziel gesetzt hatte, der Öffentlichkeit Astronomie näher zu bringen.

Und dies wollten wir auch zum 20. Vereinsgeburtstag und hatten uns zum Ziel gesetzt, ein großes Festwochenende zu veranstalten. Die Vorbereitungen dazu begannen schon am Jahresanfang. Ein grober Ablaufplan war relativ schnell erstellt. Viele Fragen und große Herausforderungen gab es trotzdem: Was wollen wir anbieten? Wo soll das Ganze stattfinden? Wer wird eingeladen? Diese Fragen konnte alle innerhalb eines halben Jahres geklärt werden und damit ging es Anfang September in die heiße Phase. Jetzt hieß es Einladungen verschicken und hoffen, dass unser Geburtstagsprogramm auf Interesse stößt. Und das tat es auch. Fast täglich kamen neue Zusagen und fast täglich fiel uns auch noch der eine oder andere ein, der eingeladen werden müsste. Die Aufregung stieg mit jedem Tag. Hatten wir an alles gedacht? Im Nachhinein kann ich sagen: JA! Und so startete am Freitag, den 12.10.2012 unser Festwochenende.

Freitag, 12.10.2012

Für die Festveranstaltung hatten wir den Sondervortrag von November auf Oktober vorverlegt. Für diesen Vortrag konnten wir Dr. Martin Knapmeyer vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin gewinnen. Sein Vortrag im Planetarium Aschersleben widmete sich dem Thema „Eine Reise zum Mittelpunkt des Mondes“.

Nach der Erläuterung der Theorie über die Entstehung des Mondes, beschäftigte sich der Vortrag damit, was sich denn nun alles unter der uns sichtbaren Außenhülle des Mondes verbirgt. Und schon da gab es für mich die ersten Überraschungen. Nicht festes Gestein, sondern eine dicke Staubschicht überzieht die Oberfläche unseres Trabanten. Verdeutlicht wurde uns dies vor allem durch Bilder der Missionen zum Mond aus den 1960er und 1970er Jahren: da ein Staubhaufen von den Füßen der Landefähren und dort ein tiefer Schuhabdruck von den Astronauten.

Dann ging es unter die Haut, also hinein in den Mond. Die einzelnen Schichten und ihre Zusammensetzungen wurde erläutert. Es wurde auch erklärt, aus welchem Bereich die Mondbeben kommen und wie diese zur Erkundung des Mondes genutzt werden können. Mondbeben lassen u.a. Schlüsse darauf zu, woraus der Mondkern besteht und welche Größe er hat. Dafür stehen allerdings (immer noch) nur die seismischen Aufzeichnungen aus den bisherigen Mondmissionen zur Verfügung. Nach Auskunft des Referenten sind aktuelle Missionen leider zurzeit nicht geplant.

Im Anschluss an diesen interessanten Vortrag wurde der Hunger der Sternfreunde beim Italiener gestärkt. Unsere langjährige Sponsorin Irene Rockmann überreichte uns, zu unserer Überraschung, einen Scheck über 100 EUR, mit den besten Wünschen zum Vereinsgeburtstag. Wir ließen uns das italienische Essen schmecken und überhäuften dabei unseren Referenten noch mit allerlei Fragen. Dieses war der erste „Streich“, doch der zweite sollte am kommenden Tag folgen.

 
Dr. Martin Knapmeyer vom DLR
 

Samstag, 13.10.2012

Der Festakt begann für uns mit ein wenig Arbeit, denn der Kleine Saal im Bestehornhaus Aschersleben musste noch herausgeputzt werden, bevor die Gäste kamen. Und dafür hatten wir nur etwa 2 Stunden Zeit. Leinwand, Beamer und Laptop mussten im Saal aufgebaut und ausprobiert werden, während gleichzeitig die zur Verfügung gestellten Pinnwände mit Bildern unserer Aktivitäten der letzten Jahre bestückt und an die richtigen Plätze gestellt wurden.

Nach dem Befüllen der ersten Sektgläser konnten auch schon die ersten Gäste begrüßt werden, darunter Frau Beate Kramer von der Aschersleber Kulturanstalt und Herr Günther Scheffler als Gründer des Planetariums.

Nach der Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Robert Malecha übernahm dieser dann auch gleich den ersten Teil des Festaktes. In seinem kurzen Rückblick zeigte er bildlich, was die Mitglieder des Vereins in den 20 Jahren seines Bestehens schon alles erlebt, geleistet und erreicht hatten. Wie die Zeit vergeht ...

Nach einer kurzen Pause übernahm Harald Müller aus Magdeburg das Rednerpult und sprach über „Die schwarze Venus vor der Sonne“.  In seinem Vortrag ging es auch um einen gebürtigen Aschersleber: Georg Christoph Silberschlag (1731 – 1790). Dieser veröffentlichte 1761, nach Beobachtung eines Venustransits, als erster seine Arbeitsergebnisse zur Venusatmosphäre. Leider wird Silberschlag nirgends richtig erwähnt und in den meisten Publikationen wird nur vom Lomonossow-Effekt gesprochen. Der Vortrag wird also noch so einige Nachforschungen mit sich ziehen.

Im dritten Teil des Festaktes nahm uns Uwe Wohlrab aus Schönebeck mit in die unendlichen Weiten. Er zeigte uns „Das Schönste aus der Astrofotografie“. Dabei kamen u.a. erstaunliche Bilder vom Venustransit im Juni 2012 zum Vorschein, gepaart mit Sternfeldaufnahmen aus den Alpen, die vermuten ließen, diese hätte ein Profi gemacht. 

Nach diesen unglaublichen Aufnahmen ging der Festakt zu Ende und wir zum Feiern in den „Tontopp“. Ein kleines Hungerloch hatte sich bei dem einen oder anderen schon aufgemacht. Wir hatten das gesamte Lokal gebucht, vorbestellt und somit musste niemand lange auf sein Essen warten. Der Abend ging gemütlich zu Ende. Dieses war der zweite „Streich“ ...

 
 
Die stolzen Jubilare   Der gut gefüllte Kleine Saal des Bestehornhaus

 

   

Robert Malecha im Gespräch mit
Günter Scheffler

  Harald Müller bei seinem Vortrag
"Die schwarze Venus vor der Sonne"
  Uwe Wohlrab präsentierte wieder
faszinierende Himmelsfotografien

 

Sonntag, 14.10.2012

HAPPY BIRTHDAY, Sternfreunde Aschersleben e.V.! Am heutigen eigentlichen Vereinsgeburtstag sollte es wesentlich ruhiger zugehen. Da an diesem Tag auch das Zoofest im Zoo Aschersleben stattfand, hatten wir zur Unterstützung den Part am und im Planetarium übernommen.

Dank schönen Wetters konnten wir die Fernrohre aufstellen, um den Besuchern die Sonne zu zeigen. Ein Fernrohr war mit Projektionsscheibe ausgestattet, das zweite zeigte die Sonne in H-alpha. Die beiden Vorträge „Sternhimmel über Aschersleben“ in der Planetariumskuppel waren gut besucht. Einige der Besucher nahmen auch an der Abstimmung zum Fotowettbewerb teil. Dieser wurde extra auf dieses Festwochenende gelegt.

Die Prämierung des Gewinners konnte noch nicht erfolgen, da die Stimmen der Internetabstimmung noch nicht vorlagen. Den Gewinner des schönsten Astrofotos und die Gewinner der drei Preise geben wir in Kürze auf dieser Seite bekannt.

Wir möchten uns für die Glückwünsche und Geschenke anlässlich unseres 20. Vereinsgeburtstages recht herzlich bedanken.

 
 
Sonnenbeobachtung vorm Planetarium   Der Fotowettbewerb 2012

 

 Nacht der Kultur am 8. September 2012
 von Manuela Rockmann

 
 

Zum zweiten Mal hatte die Aschersleber Kulturanstalt zur Langen Nacht der Kultur aufgerufen. Für die Sternfreunde war es keine Frage, sich wieder am Stumpfen Turm zu präsentieren.

Mit Tischen, Bänken und Lichterketten versorgt, konnten wir die ersten Besucher bereits weit vor dem offiziellen Start begrüßen und nach oben auf die Plattform des Turmes schicken. Dort hatten wir ein Fernrohr aufgebaut, welches auf den Sternhimmel über Aschersleben gerichtet war.

Zwischenzeitlich war der Andrang jedoch so groß, dass es zu Wartezeiten kam und der Turm nur in kleinen Grüppchen erklommen werden durfte. Etwa 150 Besucher ließen es sich nicht nehmen, einen Blick auf den Sternhimmel oder über die Dächer der Stadt zu werfen.

 

 15. Astrocamp in Heidelberg
 von Manuela Rockmann

 

Freitag, 24.08.2012
Dieser Tag ist immer Anreisetag. Eigentlich in Kolonne, aber in diesem Jahr zog es der eine oder andere Sternfreund aufgrund der Wegstrecke vor, das Wochenende um einen Tag zu verlängern. So wurde also in kleinen Grüppchen bei Regenschauer angereist.
Und das Wetter wurde auch in Heidelberg nicht besser. Nachdem alle ihre Zimmer und Betten bezogen hatten (Bild1), ging es auf den Königstuhl. Nicht zur Schlossbesichtigung, sondern zum Besuch des Hauses der Astronomie.
Wir wurden freundlich in Empfang genommen und durch das Haus, welches der Whirlpool-Galaxie (M 51) nachempfunden wurde (Bild2), und die angrenzende Sternwarte geführt. Bei der anschließenden Planetariumsshow staunten alle Sternfreunde Bauklötze, was mit der dort installierten Technik alles möglich war. WAHNSINN! Nach dem ersten Gruppenfoto des Wochenendes ging es zurück ins Quartier.
Da sich das Hostel direkt über einem Discounter befand, konnten die restlichen Sachen fürs Abendbrot besorgt werden. Erstmals in der Geschichte des Astrocamps gab es nichts Gegrilltes, sondern Würstchen mit (Carola´s) Kartoffelsalat. Unser anschließender Verdauungsspaziergang entlang des Neckars führte uns in die Einkaufsstraße Heidelbergs. In einem netten Lokal ließen wir Tag gemütlich ausklingen.

Samstag, 25.08.2012
Nach einem „ausgiebigen“ Frühstück hieß es heute Heidelberg erkunden. Ein Stadtrundgang stand auf dem Plan. Der Stadtführer (Bild3) nahm uns unter seine Fittiche und mit durch die Altstadt Heidelbergs.
Auf dem Plan standen dabei ein Besuch der Peterskirche (Universitätskirche), der Universitätsbibliothek und des Geburtshauses Friedrich Eberts (Reichspräsident). Vorbei am Studentenkarzer und am „Hotel zum Ritter“ ging es zum Neckar. Auf der Brücke gab es, mit dem Schloss im Hintergrund, das (offizielle) Gruppenfoto (Bild4).
Zum Mittagessen kehrten wir in der Gaststätte „Krokodil“ ein. Gutbürgerliche Küche stärkte uns für den zweiten Teil diesen Tages.
Dieser führte uns in die Volkssternwarte Schriesheim (Bild5). Da das Wetter gut war, wurden für uns alle Geräte in Position gebracht. Sonnenbeobachtung war angesagt. Die Mitarbeiter der Sternwarte erzählten zudem über ihre Arbeit und über die Vorhaben zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Der späte Nachmittag stand zur freien Verfügung. Wir suchten uns ein schönes Eiscafe und genossen das leckere Eis und den Kaffee. Mit dem Sonnenuntergang machten wir uns zurück auf den Weg in die Unterkunft, ohne nicht jedoch die Füße wenigstens einmal in den Neckar zu halten. Baden ist, wegen des Schiffsverkehrs, nämlich verboten. Mit einem leckeren Abendbrot (Reste vom Vorabend) und dem gemütlichen Beisammensein ließen wir auch diesen Tag ausklingen.

Sonntag, 26.08.2012
Unser Zwischenziel auf dem Weg nach Hause war das „Dorf der Sonnenuhren“ Birkenau (Bild6). Laut Internet soll es dort mehr als 80 Sonnenuhren der verschiedensten Art und Gestaltung geben. Eine Stunde hatte jeder Sternfreund Zeit, das Dorf auf eigene Faust zu erkunden und die schönsten Sonnenuhren zu fotografieren. Wer wohl die meisten gefunden hat? Wer die schönsten oder ausgefallensten? Vor Ort war eine Auswertung leider noch nicht möglich. Jeder wollte jetzt so schnell wie möglich nach Hause. Nach einem letzten gemeinsamen Zwischenstopp auf der Autobahn fiel die Verabschiedung kurz und schmerzlos aus und die Sternfreunde fuhren getrennt der Heimat entgegen. Zum Schluss kann ich nur sagen: Vielen Dank an Robert! Ich freue mich schon auf nächstes Jahr. Dann wird es nach Jena gehen.

 
 
Bild 1   Bild 2
 
Bild 3   Bild 4
 
Bild 5   Bild 6

 

 Rückblick auf die Jupiterbedeckung vom 15. Juli 2012
  von Manuela Rockmann in Aschersleben

 

Fünf tapfere Sternfreunde trafen sich in den frühen Morgenstunden auf dem Krankenhausberg in Aschersleben, um die Jupiterbedeckung durch den Mond zu beobachten. Ein seltenes von Deutschland aus zu beobachtendes Ereignis. Gegen 1.30 Uhr war der Himmel mehr als perfekt für eine Beobachtung. Sterne so weit das Auge reichte und das in alle Himmelsrichtungen. Die Milchstraße war zu sehen über dem beleuchteten Aschersleben. Die Fernrohre wurden aufgebaut, die Fotoapparate in Stellung gebracht. Da für diese Nacht auch die Ankunft eines Sonnensturms vorhergesagt wurde, wurde natürlich auch mal nach Polarlichtern Ausschau gehalten. Vorhersagen gaben nämlich an, dass man diese bis nach Niedersachsen und Thüringen sehen könnte.

Und dann ging gegen 2.20 Uhr der Mond auf. Der wichtigste Hauptakteur war schon mal da. In seinem Schlepptau ein paar Minuten später: Jupiter mit seinen Monden. Aber auch Wolken am Horizont. Diese konnten uns nicht davon abhalten, die ersten Beobachtungen zu tätigen und erste Fotos zu schießen. Man weiß nie, wie sich das Ereignis entwickelt.

Es entwickelte sich nicht zum Besten. Zwei Wolkenfronten trieben ihr Unwesen. Wenn die eine mit einer Wolkenlücke auf das Mond-Jupiter-Gespann hinzog, konterte die andere mit dicken Wolken. So wurde uns leider der Blick auf das weitere Geschehen verwehrt. Einmal zeigte sich noch der Mond. Für ein Foto jedoch viel zu kurz. Als das Ereignis an sich vorbei war, wir konnten es nur an der Zeit ausmachen, packten die Sternfreunde zusammen. Mit dem Sonnenaufgang gegen 5.25 Uhr ging es wieder nach Hause, um den Schlaf der letzten Nacht nachzuholen. Ich dagegen blieb noch bis nach dem Sonnenaufgang und wurde tatsächlich noch mit blauem Morgenhimmel belohnt. An diesem konnte ich die schmale abnehmende Mondsichel sehen und noch einige Bilder vom Mond und der aufgehenden Sonne machen, ehe wieder Wolken aufzogen. Jetzt heißt es wieder warten bis zur nächsten Planetenbedeckung. Am 25.10.2014 wird dann Saturn verdeckt werden.

 
Die Annäherung des Mondes an den Jupiter war noch zu sehen   Bald kamen die Wolken...


 
Rückblick auf die Jupiterbedeckung vom 15. Juli 2012
 von Robert Brunngräber in Jena

Eine große Geburtstagsfeier und dann noch eine Beobachtung am frühen Morgen: Ein ordentliches Pensum. Die Entscheidung fiel schwer, aber sie fiel auf beobachten.
Etwas umständlich waren die Vorbereitungen zur Beobachtung. Zu zweit fuhren wird auf den Mönchsberg in Jena. Dort hat man einen super Blick über die Stadt und auf den Himmel. Mit meinem kleinen Moped und dem Teleskop im Rucksack ging es hinauf und gegen 3:25 Uhr waren wir dann bereit, dass Ereignis zu verfolgen. Die Annäherung und die Bedeckung des Jupiter durch den Mond konnten wir komplett sehen. Zwischenzeitlich gesellte sich noch die Venus dazu. Doch dann hatten die Wolken kein Einsehen mehr und ließen es nicht zu, dass wir auch das Ende der Bedeckung beobachten konnten. So blieben nur noch ein paar Erinnerungsfotos, als Jupiter an der dunklen Seite des Mondes wieder zu sehen war.
... trotzdem ein unvergessliches Erlebnis. Richtige Entscheidung getroffen!!!

 

 

In Jena konnte man die Bdeckung besser verfolgen

 

Grandioser Ausblick über Jena am Morgen des 15. Juli

 

 

 Vereinstreffen in Güntersberge
 von Manuela Rockmann


Ein kleiner Ort im Harz war am 12.05.2012 Treffpunkt für die Sternfreunde unseres Vereins: Güntersberge. Idyllisch gelegen am Bergsee, begann das Treffen mit einem üppigen Mittagessen in der „Schmunzelstube“. Üppig, im wahrsten Sinne des Wortes. Riesenschnitzel so weit das Auge reichte. Alle lecker angerichtet. Aber dafür waren wir nicht nach Güntersberge gekommen.
Ein großer Dank geht an dieser Stelle schon mal an Matthias und Anja. Beide hatten in einen Garten, unweit des Bergsees, eingeladen. Auf der Wiese vor dem Bungalow wurden 10 verschiedene Geräte aufgebaut und auf ihre astronomische Tauglichkeit getestet. Dies sollte gleichzeitig auch einen Überblick verschaffen, mit welchen Bestand unser Verein bzw. die einzelnen Sternfreunde aufzuwarten hat.
Bestes Beobachtungswetter war uns auch beschert. Ob nun auf der Projektionsscheibe oder in H-alpha: Die Sonne war das erste Objekt, welches wir unter die Lupe nahmen. Nach einem gemütlichen Kaffeetrinken zog es die Männer wieder an die Geräte. Es wurde geschraubt, gestaunt, gebastelt, fotografiert und gefachsimpelt. Die Frauen beobachteten das Geschehen aus sicherer Entfernung und erkundeten den wunderschön angelegten Garten.
Nach einer Stärkung am Abend fuhr ein Teil der Mannschaft nach Hause. Der harte Kern blieb vor Ort und genoss den klaren Nachthimmel. Als endlich alle Fotos im Kasten waren, ging auch der letzte Sternfreund ins Bett. Nach dem Frühstück wurde alles wieder in den Autos verstaut und freudig nach Hause gefahren.

Wir kommen wieder...

 

 

In der "Schmunzelstube" wurde gespeist

 

Mehr als die Hälfte aller Mitglieder waren mit dabei

 

Im Garten wurde alles aufgebaut was vorhanden war

 

Imposanter Anblick der vielen Geräte

 

 

Lange Nacht der Planeten - Rückblick Astronomietag 2012
von Manuela Rockmann

Der Astronomietag wurde in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal veranstaltet. Die Veranstaltung war Auftakt zum internationalen Global Astronomy Month, bei dem weltweit bis Ende April Sternfreunde Aktionen und Beobachtungen anbieten.

Drei Planeten unseres Sonnensystems an einem Abend live im Teleskop, diese Gelegenheit bot sich am Samstag, den 24. März. Im Rahmen des bundesweiten Astronomietags boten die Sternfreunde Aschersleben Himmelsbeobachtungen und Vorträge rund um Sonne, Mond und Sterne an und gaben interessante Einblicke in das Hobby Astronomie.

Der Termin wurde von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) bewusst so gewählt, dass im Verlauf des Tages und Abends neben den Planeten auch weitere interessante Himmelsobjekte beobachtet werden konnten. Bereits am Nachmittag öffnete das Planetarium seine Pforten, damit die Gäste einen Blick auf die Sonne werfen konnten. Spezialfilter und eine Projektionsscheibe ermöglichten eine ungefährliche Beobachtung dieses für uns so wichtigen Sterns. Mit den Fernrohren der Sternfreunde waren bereits viele Details zu sehen, die man sonst nur von Bildern kennt.

Im Kuppelraum des Planetariums gab es parallel dazu Vorträge zum aktuellen Himmelsgeschehen. Diese dienten gleichzeitig als Vorbereitung auf die Beobachtungen am Abend. Ab 19.00 Uhr wurden dann die Fernrohre auf die Hauptakteure dieses Abends gerichtet. Nach und nach konnten Venus als glänzender Abendstern, der Gasriese Jupiter und der rote Planet Mars bestaunt werden. Aber auch die Sternbilder des Wintersternhimmels waren zu sehen, bevor zum Ende der Veranstaltung leichte Schleierwolken aufzogen.

Die Sternfreunde möchten sich bei allen Besuchern, von nah und fern, bedanken, die zum Gelingen dieses Tages beigetragen haben.
 

Reges Interesse herrschte vorm Planetarium zur Sonnenbeobachtung mit dem neuen H-Alpha-Teleskop und später zur Planetenbeobachtung am Abendhimmel.

 

 Rückblick auf die Mondfinsternis am 10. Dezember 2011
 
Video von Frank Gehrmann (Mitteldeutsche Zeitung)

 


 


 

 Astronomische Besonderheiten im Jahr 2012
 von Regine Lotzmann (Quelle: Mitteldeutsche Zeitung)


Venus zieht 2012 an der Sonne vorbei
Planetariumschef Matthias Reinäcker gibt Ausblick auf astronomische Höhepunkte


"Man kann sagen, dass 2012 ein Venusjahr wird", nickt Matthias Reinäcker und weiß: "Der Planet wird uns fast das ganze Jahr am Himmel begleiten." Zudem wird die Venus im neuen Jahr für einen ganz besonderen astronomischen Höhepunkt sorgen, wenn sie im Juni an der Sonne vorbeizieht. Denn der
Venustransit wird nicht nur eingefleischten Astronomen ein spektakuläres Schauspiel bieten. Das ist ein Ereignis, das Seltenheit hat", bestätigt Matthias Reinäcker, der Leiter des Ascherslebener Planetariums ist, und erklärt: "Die Generation, die jetzt geboren wird, hat schlechte Karten." Denn während es 2004 schon einmal solch einen Venustransit gab - "wir hatten das Glück, das gleich zwei Mal beobachten zu können" -, wird es den nächsten erst wieder in 105 Jahren geben.
Und so sollten sich eben nicht nur Hobbyastronomen den 6. Juni vormerken, an dem um 4.57 Uhr die Sonne aufgeht. "Da hat schon ein Großteil der Bedeckung stattgefunden, das heißt, zum Sonnenaufgang befindet sich die Venus schon vor der Sonne und wir können die letzte Phase - bis 6.31 Uhr - beobachten", kündigt Reinäcker an.
Und so wird die Venus, die derzeit in südwestlicher Richtung als Abendstern zu entdecken ist und noch bis Mitte Mai am Abendhimmel bleibt, nach dem Transit nicht mehr links, sondern rechts von der Sonne, nicht mehr am Abend-, sondern am Morgenhimmel zu sehen sein.
Konkurrenz durch eine Sonnen- oder Mondfinsternis wird dieses Himmelsschauspiel 2012 übrigens nicht bekommen. "Von jeder gibt es nämlich nur zwei und alle sind nicht bei uns zu sehen", erzählt der Planetariumschef, "wir leben einfach auf der falschen Seite der Erde." Beste Chancen, eine der vier zu beobachten, bietet nämlich der Pazifik. Und so ist die partielle Mondfinsternis am 4. Juni vor allem von Australien aus zu beobachten. Ebenso wie die Halbschattenfinsternis am 28. November. "Da verringert sich die Helligkeit des Mondes eh nur um zehn Prozent und das ist mit dem bloßen Auge nicht zu sehen."
Wieder vom Pazifik - und dieses Mal mit Hongkong und Tokio auch von Millionenstädten - aus ist die ringförmige Sonnenfinsternis am 20./21. Mai zu sehen. "Da sich der Mond in Erdferne befindet, kann er die Sonne nicht vollständig abdecken, so dass ein Ring übrig bleibt", weiß Reinäcker. Fast im gleichen Bereich ereignet sich auch die totale Sonnenfinsternis am 13. und 14. November. "Hier liegt der Nordzipfel von Australien gerade noch so im Schattenband."
In unseren Breiten sorgen dagegen eher die Planeten für das eine oder andere außergewöhnliche Fotomotiv am Himmelszelt. Vor allem, wenn sich auch noch der Mond zu ihnen gesellt. So wie etwa am 26. Januar, wenn sich der Erdtrabant in Venusnähe befindet . Richtig interessant für die Planetenbeobachtung wird es aber erst Ende März. "Weil da vier Planeten am Abendhimmel zu sehen sind: Venus und Jupiter in westlicher Richtung, Saturn und Mars in östlicher Richtung." Günstige Voraussetzungen, die dem bundesweiten Astronomietag in diesem Jahr auch ihren Titel gaben. Denn in der "Langen Nacht der Planeten" am 24. März stehen auch in Aschersleben tagsüber wieder Vorträge und abends Beobachtungen dieser Himmelskörper auf dem Programm.
Eine weitere
Planetenbedeckung - der Mond zieht dann am Jupiter vorbei - wird es in den frühen Morgenstunden des 15. Juli geben. "Um 3.45 Uhr verschwindet der Jupiter an der hellen Seite des Mondes und taucht um 4.20 Uhr an der dunklen Seite wieder auf", kündigt der Ascherslebener an und hofft auf günstige Beobachtungsbedingungen.